Jois » Sagen aus Jois
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Welt der Sagen ...
Die Sage vom Hexenbründl
Wie die Hexen vom Bründl einen Geiger aus Winden mit ihrer Bäckerei und ihrem Wein locken und wie er zuhause bei seinem Weibe die Wahrheit entdeckt. mehr ...
Die Sage vom Hexenbründl
Wie die Hexen vom Bründl einen Geiger aus Winden mit ihrer Bäckerei und ihrem Wein locken und wie er zuhause bei seinem Weibe die Wahrheit entdeckt.
Die Quellen am Fuße des Hackelsberg, so auch das Hexenbründl, dienten den ersten sesshaften Menschen, die ihre Siedlungen vor allem auf Hügeln und in unmittelbarer Nähe von Quellen anlegten, zur überlebensnotwendigen Wasserversorgung. Auf Grund der Wichtigkeit solcher Quellen entstanden im Laufe der Zeit schaurige und unheimliche Geschichten, um Fremde von diesen Plätzen fern zu halten. Im Mittelalter wurden die Erzählungen mit Hexen- und Koboldgestalten ausgeschmückt.
Als einmal ein Windener Geiger von einer Hochzeit in Jois in seinen Heimatort zurückkehrte, hielten ihn bei der Quelle mehrere Hexen auf, die gerade ein Fest feierten. Die Hexen bewirteten ihren Gast mit Bäckerei und bestem Wein. Er aß davon sehr viel und trank fleißig. Als man von dem nahen Kirchturm her zwölf schlagen hörte, sagten die Hexen, er könne gehen. Da brummte der Geiger und meinte "Jetzt werd' ich's halt kriegen von meinem Weib!" Sie würden ihm schon etwas einpacken, damit sein Weib nicht brumme, sagten die Hexen und holten ein Säcklein herbei, das sie mit der guten Bäckerei füllten. Als der Mann heimkam, schimpfte seine Frau mit ihm. Das Weib aber war neugierig und öffnete das Säcklein. Da waren lauter Rossknödel und Kuhfladen drinnen. Da erschrak der Mann sehr, denn jetzt wusste er, was er gegessen hatte.
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Die "Herren" von Jois und die "armen" Neusiedler
Wie die Zitzmannsdorfer Wiese in den Besitz der Neusiedler kam, obwohl sie gar nicht an das Gemeindegebiet grenzt und warum die Joiser daran nicht unschuldig sind. mehr ...
Die "Herren" von Jois und die "armen" Neusiedler
Wie die Zitzmannsdorfer Wiese in den Besitz der Neusiedler kam, obwohl sie gar nicht an das Gemeindegebiet grenzt und warum die Joiser daran nicht unschuldig sind.
Die Sage steht im Zusammenhang mit der Erwerbung der sogenannten "Neusiedler Wiese". Diese Wiese ist das am Ostufer des Neusiedler Sees sich hinziehende Weidegebiet, auf dem seinerzeit die Ortschaft Zitzmannsdorf lag. Heute erinnert noch die Florianikapelle zwischen Weiden am See und Podersdorf an den damaligen Standplatz des Ortes. Die "Zitzmannsdorfer Wiese", wie man sie auch heute noch nennt, grenzt an keiner Stelle unmittelbar an das Neusiedler Gemeindegebiet. Wie dieses Gebiet dennoch in den Besitz der Neusiedler gekommen ist, erzählt die folgende Sage:

Eine alte edle Witwe, vermutlich Königin Maria von Ungarn, wollte die besagte Wiese entweder den Joisern oder aber den Neusiedlern schenken. Sie lud also die Vertreter beider Gemeinden vor. Als die Joiser Vertreter erschienen, fragte die Witwe, wer sie seien. Hierauf antworteten die Joiser: " Wir sind die Herren von Jois!" Die edle Frau fragte: "Wer sind die, die draußen stehen?". Die Joiser erwiderten: "Das sind die armen Neusiedler". Da meinte die Gönnerin: "Da müssen wir die Wiese den armen Neusiedlern geben!".
Somit war für alle Zukunft das Eigentumsrecht der Zitzmannsdorfer Wiese entschieden. Die Herren von Jois aber mussten mit leeren Händen abziehen.
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